Trotz Spritzen – weiter Schulterschmerzen – was
tun?
Akute, chronische und chronisch wiederkehrende Schulterschmerzen sind in der
täglichen orthopädischen Praxis ein häufig zu behandelndes Problem.
Normalerweise sind akute und auch ein Großteil der chronischen und chronisch
wiederkehrenden Schulterschmerzen operativ gut zu behandeln und heilbar.
Bei Versagen der herkömmlichen nicht operativen (konservativen) Therapie
und entsprechenden langanhaltenden Schmerzen des Patienten hat der operierende
Orthopäde sowohl endoskopische (sogenannte „Schlüssellochoperation“
= Arthroskopie) als auch offene Verfahren und deren Kombination (endoskopisch
plus „mini-offen“) als operative Möglichkeiten zur Verfügung.
Gerade die Schulterarthroskopie ist in den letzten zehn Jahren für den
operierenden Orthopäden ein routinemäßig durchführbares
Verfahren geworden. Dennoch benötigt die Schulterarthroskopie einen hohen
technischen und apparativen Aufwand, da der Eingriff nicht in einem abgeschlossenen
blutleeren Raum durchgeführt werden kann und eine spezielle Lagerung und
einer speziellen Narkoseform bedarf. Bei der Operation wird mit Hilfe eines
kleinen optischen Instrumentes (Arthroskop) die direkte Beurteilung des Gelenkinnenraumes
der Schulter als auch des Schleimbeutelraumes möglich. Das gesamte Gelenk
und der Schleimbeutelraum kann so nach Füllung mit steriler Flüssigkeit
nach krankhaften Veränderungen abgesucht werden.
Die gefundenen krankhaften Veränderungen werden dann operativ mit sehr
kleinen Instrumenten und unter Umständen unter Benutzung kleiner, auch
auflösbarer Schrauben behandelt. Endoskopisch assistierte mini-offene Operationsschritte
können gegebenenfalls angeschlossen werden.
Gängige operationswürdige Schultererkrankungen sind:
- Engpass-Erkrankungen des Schulterdaches
(sogenanntes Impingement-Syndrom)
- Sehnenanrisse und Sehnenrisse der Schultersehnen (Rotatorenmanschette)
(Abbildung
1)
- Verkalkungen der Schultersehnen
- akute und chronisch wiederkehrende Verrenkungen des Schultergelenkes
(Abbildung
2)
- Schulterteilsteifen, Schultersteifen
- Abnutzungen des Schultereckgelenkes
- Abnutzungen des Schulterhauptgelenkes (mit Einschränkung)
- rheumatische Erkrankungen des Schultergelenkes
Nachbehandlung – ambulante/stationäre Operation
Die genaue Nachbehandlung der operierten Schulter richtet sich nach dem krankhaften
und operativ behandelten Befund, diesen spricht der Operateur im Einzelfall
mit dem Patienten ab. Auch der Beginn der Nachbehandlung (Krankengymnastik oder
andere Maßnahmen) wird nach der Operation mit dem Patienten abgesprochen.
Die richtige Nachbehandlung macht einen wesentlichen Teil des Gesamtoperationserfolges
aus.
Ob eine ruhigstellende Bandage für eine gewisse Zeit nach der Operation
nötig ist, wird ebenfalls im Einzelnen geklärt. Nach der Operation
erhält der Patient Medikamente zur Schmerzlinderung und Abschwellung, gegebenenfalls
kann auch eine Betäubung des Armes nach der Operation durch eine zeitweilige
Nervenblockade oder durch die kontinuierliche Gabe von schmerzlindernden Mittel
in die Vene sinnvoll und nötig sein.
Die Risiken der endoskopischen Schulteroperation sind gering und wie bei allen
„Schlüssellochoperationen“ als selten einzustufen.
Ob die Operation ambulant-tageschirurgisch möglich oder stationär
im Krankenhaus nötig ist, wird der operierende Orthopäde mit Ihnen
besprechen. Bei weiteren Fragen zu dem Gesamtthema „endoskopische Schulteroperationen“
wird Ihnen sicher Ihr betreuender Orthopäde weitere fachgerechte Auskünfte
geben können.
Weitere Informationen:
www.orthinform.de
www.bvonet.de