Die Hüft-Endoprothese
Das gesunde Hüftgelenk
Das Hüftgelenk bietet durch seine Form als Kugelgelenk eine sehr große
Bewegungsfreiheit. Die Gelenkflächen sind mit einer knorpeligen Gleitschicht
überzogen, die wie ein Stoßdämpfer wirkt. Das Gelenk wird über
die Gelenkkapsel stabilisiert und ernährt. Diese Gelenkkapsel produziert
ebenfalls die Gelenkflüssigkeit.
Abb.
Das Hüftgelenk
Das kranke Hüftgelenk
Angeborene Formveränderungen des Hüftgelenkes, Überlastung, rheumatische
Erkrankungen, Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen sowie Durchblutungsstörungen
führen zur Abnutzung des Gelenkknorpels.
Das Ergebnis: Die Stoßdämpferfunktion wird nicht mehr erfüllt,
die Knochen reiben aufeinander und es kommt zu schmerzhaften Formveränderungen
an Hüftkopf und Hüftpfanne.
Beschwerden, die auf Verschleißerkrankungen hinweisen:
Schmerzen beim Aufstehen, bei Belastung, bei Bewegung oder im Ruhezustand
Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenkes
Bewegungsgeräusche
Abb.
Hüftgelenk mit abgenutztem Gelenkknorpel
Einsatz einer Hüftgelenk-Endoprothese
Durch eine Hüftgelenk-Totalendoprothese werden sowohl die Pfanne als auch
der Hüftkopf ersetzt. Dabei wird der künstliche Hüftschaft in
den Oberschenkelknochen eingesetzt. Die Endoprothese besteht aus Titan, Keramik
und Polyäthylen und wird im Regelfall zementfrei in den Knochen eingebracht.
Bereits bei der Voruntersuchung und während der Operationsplanung werden
Größe, Modell und Art der Fixierung der Endoprothese im Knochen festgelegt.
Die Operation
Der Eingriff dauert in der Regel eine Stunde und wird in Voll- oder Teilnarkose
durchgeführt. Zum Ersatz des üblichen Blutverlustes während und
nach der Operation kann der Patient vor der Operation Eigenblut spenden. Zusätzlich
lässt sich das während und nach der Operation verlorene Blut auffangen,
aufbereiten und zurücktransfundieren.
Abb.
Hüftprothese
Nachsorge
Nach der Operation ist sofort eine volle Belastbarkeit des künstlichen
Hüftgelenkes möglich. Zur Verbesserung der Gehfähigkeit wird
im Anschluss an die Operation Krankengymnastik durchgeführt.
Die Lebensdauer der Endoprothese
Aufgrund bisheriger Erfahrungen rechnet man für die Hüft-Endoprothese
mit einer Haltbarkeit von durchschnittlich 15 Jahren. Die Lebensdauer der Endoprothese
wird wesentlich beeinflusst durch die körperliche Beanspruchung, die Knochenbeschaffenheit
sowie durch die Art der verwendeten Materialien.
Das Leben nach der Operation
Der Einsatz einer Hüftgelenk-Endoprothese bedeutet für den Patienten
die Rückkehr in ein weitgehend "normales" Leben voller Bewegung.
Bei einem in der Regel komplikationslosem Verlauf erlangen Sie nach wenigen
Monaten die Beweglichkeit zurück, die in etwa der einer gesunden Hüfte
entspricht. Sie können Ihr Leben wieder voll genießen.
Sie können Ihren Hobbys nachgehen und auch wieder Sport treiben. Erlaubt
sind Sportarten, die eine Überlastung des Hüftgelenkes ausschließen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt vor der Aufnahme einzelner Sportarten.
Weitere Informationen:
www.orthinform.de
www.bvonet.de